Turniertänze


Wettkampftänze sind gegenwärtig (1990): die zehn Tänze im Einzel- wie im Formationswettbewerb, Rock'n'Roll und Boogie-Woogie, Gardetanz und Twirling-Sport sowie Kür (Profi-Tanzsport).

Turniertänze sind im einzelnen

a) für Schüler E- und D-Klasse ST: LW, T, Q; LA: CCC, R, J, C-Klasse ST: LW, T, SF, Q; LA: S, CCC, R, J.

b) für Junioren, Hauptgruppe und Senioren (Sen. nur ST) E-Klasse ST: LW, T, Q LA: CCC, R, J

D-Klasse ST: LW, T, SF, Q LA: S, CCC, R, J;

C bis S-Klasse ST: LW, T, WW, SF, Q; LA: S, CCC, R, P, J.

Dauer der Tänze:

WW und Jive 1 - 1 1/2Min., alle anderen Tänze 1 1/2- 2 Min., Tänze in Stichrunden 1 Min.

HISTORY. In den ersten dreissig Jahren des Tanzsports (bis etwa 1930) war es üblich, neben den etablierten Tänzen jeweils auch die neuesten Modetänze zu zeigen. Auf der ersten "Weltmeisterschaft" 1909 in Paris standen sogar ausschliesslich die neuen Tänze auf dem Programm: Boston, Turkey, Trot, Ragtime, Onestep, Grizzly Bear. Auch bei den deutschen Meisterschaften wurde (sogar nach Gründung des Amateurverbandes 1921) mit neuen Tänzen experimentiert: Paso Doble (1920), Onestep (1921), Milonga und Shimmy-Fox (1922) Camel Walk, Blues, Java (1923), Maxixe, Schottisch-Espanol (1924). Bei der DM 1926 in Berlin wurde der Charleston getanzt, der erst einen Monat davor (in der Silvesternacht) von Josephine Baker erstmals vorgestellt worden war.

Erstmals unter den heutigen Namen wurden bei einer DM der Langsame Walzer ("English Waltz") 1927, der "Slow Foxtrott" 1928 und die Rumba 1932 (und 1949) getanzt. Auch in den 50er Jahren wurden (vor der Trennung in Standard und Latein) zusätzlich zu den "Standardtänzen" hin und wieder Samba oder Rumba (in der damaligen Form) geboten bzw. verlangt. Die Rumba wurde auf deutschen Profi-Turnieren schon ab 1950 als sogenannter "sechster Standardtanz" zugelassen.

Seit 1958 wurden drei Arten von Turnieren durchgeführt: Allround (Kombination) mit 8 Tänzen, Standard mit 5 Tänzen, Lateinamerikanisch mit 4 Tänzen. Der Tango war dabei (als vierter Tanz bei den Lateinturnieren) in allen 3 Sparten vertreten. Erst 1961 wurde Klarheit geschaffen: der Tango gehörte von nun an endgültig auf Wunsch der Engländer zu den fünf Standardtänzen, während der Cha cha cha zum vierten lateinamerikanischen Tanz erklärt wurde. Bei der ersten offiziellen Latein-DM 1962 wurde CCC getanzt. Der Jive kam bei den Profis 1968 und bei den Amateuren 1973 als fünfter LA-Tanz dazu.