Samba


Die Samba ist ein afrobrasilianischer Tanz, geht auf uralte Kreistänze der Bantu-Neger zurück. Entstanden in Brasilien im 19. Jahrhundert, seit 1924 in Europa verbreitet, seit 1959 Turniertanz, seit 1963 im Welttanz-Programm.

Samba ist in seinem Ursprung ein Sammelname für viele Tanzformen, die im vergangenen Jahrhundert von afrikanischen Negersklaven aus dem Kongo, dem Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien gebracht wurden.

Der Name dieser Tanzart wird von dem afrikanischen Wort "semba" (= Bezeichnung für typische Hüftbewegungen) abgeleitet. Bei den kultischen Festen vor allem der Bantuvölker stand die Ekstase, der rauschhafte Tanz im Mittelpunkt. Es dauerte einige Zeit, bis sich diese afrikanische Tanzkultur in den brasilianischen Küstenstaaten wie Rio, Sao Paulo, Pernambuco, Bahia, Maranhao durchsetzte. Bevorzugt wurde der Kreisreigen getanzt, in deren Mitte sich ein Einzeltänzer oder auch ein Paar bewegte. Die Brasilianer bezeichneten diese Tänze als Batuque, Lundu oder auch Samba, Namen, die Bewegung und Festlichkeit bedeuteten. Der "Samba de Moro", ein Kreistanz, wird als Ausgangstanz für den modernen Samba bezeichnet.

Die Samba-Musik kann von der kultischen Musik Altafrikas abgeleitet werden; es handelt sich um eine Perkussionsmusik, polymetrisch und polyrhythmisch aufgebaut. Das Instumentarium, ebenfalls afrikanischen Ursprungs, besteht aus Trommeln (Atabaques), Glocken (Agogos, Cenceros), Reco-Recos (Guiro, Guayo). Die lebendige, schnelle Musik regte zu tänzerischer Bewegung an. Heute beherrscht Samba das musikalische Leben Brasiliens. Der berühmte Karneval bringt jährlich eine grosse Zahl reizvoller Sambamelodien hervor. Als afrikanisch-portugiesische Mischform kam um 1910 die Maxixe, ein enger Paartanz, aus Brasilien nach Europa, der sich jedoch nur schwer durchsetzte.

Unter dem Namen Samba tauchte dieser brasilianische Tanz in Turnierprogrammen 1924 und 1925 wieder auf, ohne grossen Durchbruch.

Erst seit dem Zweiten Weltkrieg gehörte Samba zum festen Bestandteil einer jeden Tanzkapelle. Um 1948/49 erreichte er in einer sehr vereinfachten Form (Zweitschritt-Samba: Schritt vorwärts - Tap vorwärts, Schritt rückwärts - Tap rückwärts) eine grosse Popularität. Die Tanzschulen nahmen die Samba mit Erfolg in ihr Programm auf. Samba setzte sich auf dem Tanzparkett durch.

Die Aufnahme der Samba in das Turnierprogramm der Lateinamerikanischen Tänze ab 1959 brachte die Wandlung vom "volkstümlichen" zum sportlichen Samba.