Onestep


(auch Onestep; s.a. Foxtrot / Turkey-Trot / Twostep)

Folgte in den USA um 1908 auf den Twostep (Two-Step) und wurde bei der ersten "Weltmeisterschaft" 1909 in Paris getanzt. Der Onestep brachte eine weitere Vereinfachung der Tanzschritte (Wegfall der Zwischenschritte von Boston und Twostep), aber sein "Passing Step" wurde ein Ausgangspunkt für den Slow Foxtrott. Der Charakter des Tanzes wurde durch die Proteste der Tanzlehrerschaft erkennbar: "brutal einfach", "wie Spazierengehen", "Entrechtung der Tanzbeine" (Der Kunstwart); "amerikanisches Attentat" (Oskar Bie); "die nicht gerundete, sondern gebrochene Drehung bringt keinen zwischen den Partnern liegenden Schwerpunkt hervor, sondern wirft ihn abwechselnd von dem einen zum anderen. Und wenn die beiden dabei Distanz halten, verlieren sie sich, kommen überhaupt nicht zusammen." (Fritz Böhme).

Mit dem Onestep setzten sich die Schiebertänze auch beim Bürgertum durch (Schlager: "Alles schreit hurra, / Schiebermax ist da!") Die ursprünglich von den Schwarzen stammenden Hüftmotionen, derentwegen man den Tanz zu den "Schiebe- und Wackeltänzen" rechnete, wurden ab 1914 von dem New Yorker Tanzlehrerpaar Irene u. Vernon Castle durch schnelle Chasses ersetzt, womit der Tanz als "Castle Walk" sich in Richtung Quickstep wandelte.