Modetänze


(Partytänze)

Tänze, die in der Regel zu neuer Musik entstehen oder kreiert werden und meist nach einer Saison wieder verschwinden. Allerdings sind alle standardisierten Tänze zuerst einmal Modetänze gewesen. Die wichtigsten Modetänze der letzten Jahre waren Mambo, Lambada und Macarena.

Heinz Pollak (1922): "Das Verfahren ist einfach: irgend jemand stiehlt eine Musik, deren Charakter aus mehr oder minder geschickt zusammengesetzten Fragmenten der bisherigen Tänze besteht. Einige Tanzfiguren, ebenfalls nur schaler Aufguss alter Typen, sind schnell erdacht. Und der neue Tanz ist startbereit."

H.-G. Schnitzer (1984): "Die Schallplattenindustrie wirft in aller Welt neue Musik, neue Rhythmen und damit ständig neue Anregungen zum Tanzen auf den Weltmarkt. Im Zeitraum von 20 Jahren werden rund 300 Namen neuer - oder scheinbar neuer - Tänze registriert. Die Entwicklung des Rundfunks brachte es mit sich, dass Tanzmusik schneller um den Erdball reiste als Tanzbeschreibungen. Als verwirrend erwies sich vor allem ein Trend in fast allen grossen Schallplattenfirmen der Welt, mehr oder weniger zündende Musiktitel mit Namen neuer Tänze zu verbinden. So waren die Nachkriegswellen von Jitterbug, Boogie-Woogie und Jive ebenso von Satellitentänzen begleitet wie die nunmehr schnell neu oder wiederum auf das europäische Parkett drängenden lateinamerikanischen Tänze Rumba, Samba, Mambo - und ihre internationalen Misch- oder Folgetänze wie z.B. der Cha cha cha. Ob Rock'n'Roll, Twist oder die Kette der Partytänze wie Madison, Hully Gully, Memphis usw. - von der grossen Beatwelle ganz zu schweigen -, immer erschienen sie neben der Originalmusik im schillernden Gewand phantasievoller Namen. Oft war der Tanz, den in den USA eine beliebte Jugendserie im Fernsehen als "letzte Neuheit" verbreitet hatte, schon vergessen, als die Schallplatte mit seinem Namen in Europa eintraf, und die Tanzlehrer daran gehen konnten oder mussten, sich mit seinem rhythmischen Gehalt und seinen tänzerischen Formen zu beschäftigen".