Jive


Das Wort Jive bedeutet im Slang der Schwarzen (wie Jazz und Funky) sexuelle Erregung, Ekstase.

4/4-Takt, 44 Takte pro Minute (Tempo zwischen Blues und Boogie-Woogie). Wurde als Jitterbug und Boogie-Woogie (später auch Bebop) um 1940 von amerikanischen Soldaten nach Europa gebracht, in England zum Jive entwickelt und schliesslich in das Turnierprogramm der Lateintänze aufgenommen (Profis national 1968, Amateure national 73, international 76). Mit ihrer Off-Beat-Betonung auf 2 und 4 verrät die Musik ihren afrikanischen Ursprung. Der Jive bringt robuste Lebensfreude zum Ausdruck. Er war der Tobetanz der Vor-Beat-Generation, aus dem sich auch der akrobatisch-athletische Rock'n'Roll entwickelt hat.

Der Jive ist heute die international anerkannte Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer hat, die afroamerikanischen Ursprungs sind. Dazu gehören zu Beginn der dreissiger Jahre der Lindy Hop, Blues und Swing, in den vierziger Jahren der Boogie oder Boogie-Woogie, der Jitterbug und Bebop, gefolgt in den fünfziger Jahren vom Rock´n´Roll. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist heute noch die stimulierende Musik, die aufgrund ihrer rhythmischen Akzentuierung Jung und Alt in ihren Bann zog und zieht.

Die in den USA beheimateten Tänze brachten vor allem amerikanische Soldaten um 1940 nach Europa, wo sie durch ihren offenen Bewegungsstil in Verbindung mit akrobatischen Würfen bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musik. Als "artfremder", "ordinärer" Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Die Kritiker suchten nach einer gemässigteren Form, um diese Art des Tanzens gesellschaftsfähig zu machen. Es waren englische Tanzlehrer, die mit etwas langsamerer Musik den eleganten und doch lebendigen Jive entwickelten. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz zu den Lateinameri-kanischen Tänzen aufgenommen.

Eugen Fritz u. Ute Streicher: "Der Jive ist ein Jugendtanz, das heisst, er ist einerseits ein Tanz für junge Leute und andererseits ein Tanz zum Jungbleiben, ein Jungbrunnen. Jugend ist also keine Voraussetzung für diesen Tanz, sondern eher sein Inhalt. Wer diesen Inhalt hat, diesen Tanz bringt, der ist eben jung.