Film


Tänze in alten Filmen sind die wertvollsten Dokumente der Tanzgeschichte. Das gilt nicht nur für die ausgesprochenen Tanzfilme (von Fred Astaire über Gene Kelly bis zu John Travolta und Patrick Swayze, um nur die Männer zu nennen), sondern auch für Kino-Szenen, wo nebenbei oder im Hintergrund getanzt wird oder Filme, in denen tanzbare Musik die Hauptsache war (Bill Haley, Elvis Presley).

In Sternbergs "Der blaue Engel" (1929 mit Marlene Dietrich) sind nicht nur die Animierlokale der damaligen Zeit zu sehen, sondern es tritt auch eine der damals bekanntesten deutschen Jazz-Formationen auf: "Weintraubs Syncopters". Es ist kennzeichnend für die Änderung des kulturellen Klimas um 1930, dass Lilian Harvey, die 1927 als "tolle Lola" das tanzende Kinoidol war und mit Ginger Rogers verglichen wurde, sich in der Nazizeit in einen Gretchen-Typ verwandelte.

Im Film "Bitterer Reis" tanzten Silvana Mangano und Vittorio Gassmann bereits 1949 einen Boogie-Woogie. Romy Schneider und Peter O'Toole sind in dem Film "What's new Pussycat?" mit einer Bostella zu sehen. Sehr wichtig für die Durchsetzung des Jazz-Tanzes waren Erfolge der Filme "Westside Story" und "Hair" (nach den gleichnamigen Musicals). Es gibt Tanzbewegungen, die nach Filmen benannt wurden (Fred-Astaire-Strut, Chorus-Line-Kicks). Die Ver-wandlung der Disco-Szene seit Mitte der 70er Jahre ging Hand in Hand mit dem grossen Erfolg von Tanzfilmen: Saturday Night Fever (1978), Flash Dance (1982), Dirty Dancing (1986), Salsa (1988) u.a.