Can-Can


Ursprünglich entweder eine Variante des deutschen Galopps ("Preussischer", um 1820, schneller 2/4-Takt) oder ein aus Algerien/Marokko stammender Tanz oder eine Vermischung von beidem. Löste um 1830 in den Pariser Tanzlokalen eine erste wilde Tanzwelle aus. Obszöne Gebärden, bei denen man oft die Beine so hoch schleuderte, dass der Oberkörper nach hinten kippte, brachten diesen Tanzereien den Namen "Chahut" ein (= Radau, im Volksmund bald zu CanCan abgewandelt).

Heinrich Heine (als Pariser Korrespondent der Augsburger Zeitung, 1840): "Der Can-Can ist ein Tanz, der nie in ordentlicher Gesellschaft getanzt wird, sondern nur auf gemeinen Tanzböden ... Hier musiziert Belzebub mit vollem Orchester, hier tanzen die Unholde wie bei uns in der Walpurgisnacht. Wenn aber gar die Galopprunde erschmettert, dann erreicht der satanische Spektakel seine unsinnigste Höhe ..."

Heine nennt den Can-Can auch einen "Freudentanz des Heidentums"

Der freie Paartanz wird später auf den Bühnen des Pariser Montmartre zur Revuenummer stilisiert (wippende Unterröcke, hochgerissene Beine, Kreisen des Unterschenkels, Musik von Jacques Offenbach).