Cakewalk


Tanz, der nach 1850 auf den Plantagen der amerikanischen Südstaaten entstand. Anfangs Zeitvertreib der Schwarzen, wobei sich komische Nachahmung von Paraden und Polonaisen der Weissen mit afrikanischen Tanzelementen mischte. Leicht rückwärts geneigte Grundhaltung; aus Verbeugungen wurden heftige Schwingungen des Oberkörpers; Stolzieren und Marschieren wurden mit hohen Beinwürfen begleitet; dazu wurden abgelegte Kleider der Herrschaften und der Accessoires wie z. B. grosse Hüte getragen. Die Weissen entdeckten den Unterhaltungswert der Darbietungen und veranstalteten Wettbewerbe mit einem Kuchen (Cake) als Siegerpreis. Das erste "Cakewalk-Turnier" fand 1876 in Philadelphia statt.

Während niemand versuchte, die schwarzen Step-Artisten zu imitieren, wurde der Cakewalk als er um die Jahrhundertwende nach Europa kam, sofort aufgegriffen: Die kuriosen Schunkelbewegungen regten zur Nachahmung an, und Kaisers Untertanen übten bald (um 1905) ihre ersten Struts und Shuffles zu den Takten des Brooklyn-Cakewalk "Schorschl, ach kauf mir doch ein Automobil". Entscheidend für den Durchbruch des Cakewalks war seine Ragtime-Musik. Eine genaue Beschreibung für die europäische Gesellschaft gab der Wiener Tanzlehrer W.K von Jolizza 1907 in seinem Buch "Die Schule des Tanzes".